《Sword of Ending [German]》Kapitel 14
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Jarya Zhulan, Minister für Interne Angelegenheiten des Kaiserreiches Valuan, schluckte eine weitere Kugel aus Kräutern und spülte die widerliche Medizin mit einem großen Schluck Wein hinunter. Der Geschmack war bitter und der süßliche Wein aus Lithien machte es nicht viel besser. Jarya hustete kurz und langte nach seinem Gehstock.
Seit Jahren konnte er schon nicht mehr von einem Ort zum nächsten gehen ohne davon Gebrauch zu machen. Immerhin war es für einen beinahe siebzig Jahre alten Mann eher ungewöhnlich herum zu springen wie ein Teenager. Der Minister griff sich eines seiner Notizbücher und machte sich auf den Weg aus seinem stickigen Schreibzimmer.
Der eher klein gehaltene Raum, der sich hoch oben im siebten Stock eines Wachturms befand, war seit nunmehr dreihundert Jahren die Basis des Ministeriums für Interne Angelegenheiten. Ein Ministerium, das nur dazu angelegt worden war um Informationen zu beschaffen, zu verwalten und weiterzuleiten. Die Minister selbst wurden vom regierenden Kaiser auf Lebenszeit ernannt und waren eine sehr ehrenhafte Aufgabe. Zumindest hätte es so sein sollen. Doch seit nunmehr vierzig Jahren, begnügte sich Jarya damit unwichtige Informationen zu sammeln und an einen Regenten zu senden, der sich kaum dafür interessierte was sein Volk wirklich dachte. Dabei wären solche Berichte oft sehr hilfreich gewesen.
Seufzend stieg Jarya Zhulan die Treppe hinunter und dachte an all die verschwendeten Stunden von Arbeit, die nicht genutzt worden waren. Die unzähligen Warnungen die er selbst bezüglich der vacantischen Rebellion an den Kaiser verfasst hatte. Die detaillierten Berichte über mögliche Handelsverschwörungen und Schmuggel. Es war erschreckend wie leichtsinnig dieser Herrscher sein konnte.
Jarya schüttelte den Kopf und verscheuchte seine unangebrachten Gedanken. Die einzigen Neuigkeiten, die für die Herrscherfamilie Thersin zählten, waren alle Informationen die das Blut der Valurén betrafen.
Die Blutlinie der alten Kaiserfamilie war noch immer stark. Sowohl der Herrscher als auch seine Söhne hatten sich über die Jahre durch das halbe Land geschlafen und ihre Bastarde verbreiteten noch heute das Blut der Valurén. Alle paar Jahre kam es vor, dass irgendwo ein Kind mit silbrig, weißem Haar geboren wurde. Die Aufgabe des Ministeriums für Interne Angelegenheiten war es, diese aufzuspüren, dem Kaiser zu melden und einen Assassinen zu schicken. Seit Jarya das Amt übernommen hatten, waren insgesamt 43 Valurén auf die Welt gekommen. Es wäre belastend für ihn, wenn diese nicht nur Zahlen auf seinen Dokumenten wären, doch glücklicherweise sah oder hörte er nie genauere Beschreibungen. Lediglich ein “erledigt” oder “erledigt mit Komplikation xy”.
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Seufzend starrte er aus dem Fenster. Meist taten ihm diese unschuldigen Kinder leid. Er blickte hinab in den großen Palastgarten, den die Kaiserfamilie ihr Eigen nannte. Hunderte kleine Brunnen und Wasserwege, die sich durch Blumenlandschaften zogen, die dutzende Gärtner pflegten. Überschattet wurden diese nur von den seltenen Arponexi Bäumen, die für ihre betörend schönen Blüten und süßlichen Früchte bekannt waren.
Die Größe dieser Früchte glich etwa der einer Erdbeere, doch waren sie mehr kompakt und grün. Nur ein Biss in die knackige, bittere Schale enthüllte einen süße pink violetten Kern. Die Kombination der beiden Geschmäcker machte die Frucht umso begehrenswerter.
Jarya musste schmunzeln, wenn er daran dachte, dass die großen Tharken des Kaiserpalastes diese Früchte sogar rohem Fleisch vorzogen.
Er spielte mit dem Gedanken, die Stallungen zu besuchen und ein paar der Welpen zu füttern. Doch dann warf der nächste Schritt den er tat einen heftigen Stich von seinem Bein hinauf in seinen Rücken. Der Gedanke weitere Stufen zu den Stallungen hinunter zu steigen wurde ihm unangenehm. Er fasste den Entschluss ein paar der Nexi Früchte zu pflücken und sich im Palastgarten in die Sonne zu setzen. Mit etwas Glück könnte er der Prinzessin oder dem Kaiser begegnen und ihnen eine Informationen direkt übermitteln. Doch gerade als er aus dem halbdunkel des Turms trat, begegnete er schon einem bekannten Gesicht.
“Cliff? Du bist schon zurück? Warum so früh?” Krächzte Jarya Zhulan, bevor er sich räusperte.
“Minister.” Clifford Hrilldon bowed deeply, while he tried to catch his breath. Der Buchhalter und Berater des Ministeriums für Interne Angelegenheiten sah aus als hätte er einen Geist gesehen. “Schlechte Nachrichten, fürchte ich. Minister, ihr solltet euch vielleicht setzen.”
Jarya runzelte die Stirn. “Gibt es Aufstände im Süden? Warum konnten unsere Informanten das nicht frühzeitig melden? Oder wieder Probleme mit den Handelsgilden?” Sprach er in ruhigem Ton, während er in den Turm trat. Es war notwendig einen kühlen Kopf zu bewahren.
Während sich der Minister auf die Treppe setzte, versuche es Clifford hastig zusammenzufassen. “Die Templer der Ordnung vermuten, dass der Assassine, den wir bezüglich des Valorén gesandt hatten, getötet wurde. Es gab seit nun drei Monaten keine Meldung.”
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“Hmm. Das ist nicht gerade die beste Nachricht.” Sprach Jarya ruhig, seinen Gehstock nachdenklich an sein Kinn haltend.
“Nicht die beste Nachricht? Der Kaiser wird außer sich sein. Minister, ihr wisst selbst wie sehr die Rückkehr der Valorén gefürchtet wird.” Clifford warf ihm einen besorgten und beinahe wütenden Blick zu. “Was wenn man euch deswegen vom Amt enthebt?”
“Es ist beinahe Winter. Im Norden wird der Schnee hoch liegen und zu dieser Zeit ein weiteres Mal einen Assassinen zu senden wäre töricht.” Jarya bedeutete seinem Mitarbeiter sich ebenfalls zu setzen. “Cliff, du weißt es steht nicht gut um meine Gesundheit. Vielleicht lebe ich noch ein Jahr. Vielleicht sind es fünf. Doch ein Kind im Alter von sieben Jahren kann uns nicht gefährlich werden.”
“Minister, die Valorén sind stets gefährlich. Was wenn sie wirklich bis hier in die Hauptstadt vorstoßen? Ihr wisst, was im Tempel der Ordnung von Antalia liegt. Wie könnt ihr nur sagen es wäre nicht wichtig?!”
Jarya hieb mit seinem Gehstock sanft gegen den Kopf seines jungen Mitarbeiters. “Beruhigen sie sich mein lieber Herr Hrilldon!” Er schüttelte den Kopf entnervt über die ungeduld des Beraters. “Ich werde dich in etwas einweihen, das deine Sorgen etwas mildern wird.” Der alte Mann schmunzelte kryptisch. “Ein Valorén erwacht im generellen erst am Geburtstag seines sechzehnten Lebensjahres. Von diesem Tag an wird er violette Augen besitzen und auf die Kräfte seiner Blutlinie zugreifen können.”
Clifford Hrilldon riss die Augenbrauen nach oben. “Das bedeutet, dass das Kind vor dem sechzehnten Lebensjahr das Sword of Ending nicht benutzen kann?”
“Richtig. Er wird erst in frühestens neun Jahren zu einer Bedrohung werden. Zu einem Zeitpunkt, in dem der Krieg im Süden keine Gefahr mehr darstellen wird.” Jarya seufzte. “Doch ich werde ohnehin nicht am Leben sein, wenn das der Fall ist. Wir werden Informationen sammeln und über politische Wege versuchen an das Kind zu kommen, immerhin zählt Zenshin zu unserer Verbündeten.”
“Das heißt wir werden nichts tun? Melden wir es dem Kaiser?” Cliff runzelte nachdenklich die Stirn.
“Nein.” Beschloss Jarya. “Der Junge kann die nächste Zeit leben. Mein Nachfolger wird diese undankbare Aufgabe dann erhalten. Meine Familie kann keine Niederlage eines alten Mannes auf sich nehmen. Mein lieber Clifford. Du wirst das ganze meinem Nachfolger als “neue” Entwicklung präsentieren und er wird das Problem dann lösen.”
Nachdem er den besorgten Blick von seinem Berater sah fügte er hinzu: “Sei kein Narr. Ich will dich meiner Nichte versprechen bevor ich sterbe, sodass unsere Familien sich vereinen. Riskiere nicht deine Zukunft, wenn wir es meinem Nachfolger zuschieben können. Er kann dann eine Armee senden, eine Gruppe Assassinen oder was auch immer….”
Clifford Hrilldon nickte. “Einverstanden.”
Der Valorén hatte soeben Zeit gewonnen. Er hatte die Geschichte selbst nicht glauben können. Geboren in Zizhenua, einer kleinen Stadt im Norden Valuans, hatte seine Mutter sich über Wochen verbarrikadiert um die Identität des Valorén zu verschleiern.
Dann war sie in die Wälder gelaufen und hatte in ihrer Verzweiflung das Kind ausgesetzt. Als man sie verhört hatte und nach Stunden der Folter den Aufenthaltsort festgestellt hatte, biss sie sich die Zunge durch. Doch das Kind wurde nie gefunden und als “getötet” gemeldet.
Natürlich war es dann ein unschönes Erwachen für den zuständigen Beamten als ein siebenjähriger Junge nach all den Jahren an der Grenze von einem Schwertkämpfer aufgelesen wurde. Sein Kopf war nun nicht länger mit seinem Körper verbunden.
Doch das Glück endete dort nicht. Nicht genug, dass das Kind von jemandem gefunden wurde, der bereit war ihm Zuflucht zu geben, sie hatten ihn sogar gegen den besten Assassinen des Tempels verteidigen können.
Clifford war gespannt darauf, ob das Glück auch in Zukunft anhalten würde….
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